Rezension: Der Kuss der Muse

Der Kuss der Muse von Rebekka Mand
Titel: Der Kuss der Muse

Autorin: Rebekka Mand

ASIN: B07B4LV5L6

ISBN: 9783746055374

Seiten: 244

E-Book

 
 
 

Inhalt:
Alex scheitert am Leben und sucht Trost im Alkohol. Für Mia besiegt er seine Sucht und mit der Geburt ihrer Zwillinge scheint das Glück perfekt.
Bis die Silberne in sein Leben tritt.
Als seine Muse weckt sie in Alex die Sehnsucht nach seiner wahren Liebe – der Kunst. Mehr und mehr ergreift sie Besitz von ihm, entfernt ihn von Familie und Freunden.
Doch was ist Wahrheit, was Lüge? Ist die Silberne ein übernatürliches Wesen oder Einbildung?
Gefangen in ihrem Bann taucht Alex in seine Vergangenheit ein und bringt Geheimnisse ans Licht, die ihn an den Abgrund führen.

Quelle: Rebekka Mand

Meine Meinung:
Der Kuss der Muse ist eine ganz besondere Geschichte, die sich sehr schwer in eine Schublade stecken lässt, denn sie beinhaltet so viele Aspekte und ist meiner Meinung nach einfach einmalig.

Zu Beginn hatte ich zwar kleine Probleme mit der Erzählperspektive, aber das hat sich relativ schnell gelegt. Die Geschichte wird nämlich von Alex, dem Hauptprotagonisten, in der Ich-Perspektive geschildert, aber nicht in der Vergangenheit, wie ich es aus Fantasyromanen gewohnt bin, sondern in der Gegenwart. Als ich mich daran gewöhnt habe, war es so, wie wenn ich direkt in Alex‘ Kopf gewesen wäre und alles mit ihm erlebt hätte.
Im Endeffekt war es somit die perfekte Perspektive, da man die Geschichte anders gar nicht so eindringlich erzählen hätte können.
Es werden aber auch einige Passagen in der Vergangenheit erzählt, die schön eingegliedert wurden. Meist passiert nämlich etwas in der Gegenwart auf das sich das Vergangene bezieht. Somit hat sich das Gefühl, alles direkt mitzuerleben, noch verstärkt.

Und da kommen wir auch schon zu Alex, eine Person, die in mir zwiespältige Emotionen hervorgerufen hat. Einerseits hegt man Sympathien, da man ja schließlich seine Geschichte erzählt bekommt, andererseits hätte ich ihm gerne mal meine Meinung gesagt, denn oft genug benimmt er sich wie ein richtiger Idiot – nett gesagt.
Doch Rebekka Mand hat ihren Protagonisten so vielschichtig gezeichnet und ihm eine Lebensgeschichte gegeben, so dass all seine Handlungen trotzdem irgendwie nachvollziehbar waren.
Obwohl man die anderen Figuren nur durch die Erzählung von Alex kennenlernt, waren sie trotzdem sehr realistisch gestaltet.
Ziemlich im Dunkeln hat mich die Autorin mit der Silbernen, der Muse von Alex, gelassen. Denn sogar über das Ende hinaus, stellte sich mir die Frage, ob sie nun echt ist oder nur eine Einbildung.

Rebekka Mand hat es geschafft, dass mich das Ende einfach nicht loslassen konnte. Ich hatte ein so ungutes Gefühl im Bauch und wollte einfach nicht wahrhaben, auf was die ganze Geschichte hinausläuft. Sie endet mit einem lauten Knall und hat mich ziemlich verwirrt zurückgelassen.
Denn auch wenn man denkt, dass man eine Person, auch wenn es sich hier um eine fiktive handelt, kennt, können sich doch noch versteckte Seiten zeigen.

Fazit:
Rebekka Mand hat mit Der Kuss der Muse eine Geschichte erschaffen, die in die Tiefen der menschlichen Psyche eindringt. Als Leser begleitet man Alex auf einer Achterbahnfahrt der Gefühle und erhält die Erkenntnis, dass man seine Vergangenheit nicht gänzlich hinter sich lassen kann.

Wenn eine Autorin es schafft, einem mit einer Geschichte, die man normalerweise nicht unbedingt lesen würde, so zu fesseln und solche Emotionen hervorzurufen, dann kann man nur den Hut vor dieser Leistung ziehen.

Bewertung:

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