Rezension: Viel mehr als nur Worte

Viel mehr als nur Worte von Melanie Horngacher
Titel: Viel mehr als nur Worte

Autorin: Melanie Horngacher

Verlag: Forever

ISBN: 978-3-95818-212-7

Seiten: 455

E-Book

 
 
 

Inhalt:
Nach dem Tod ihres Mannes ist Mia alleinerziehend und jongliert Job, Haushalt und die Erziehung ihres Sohnes Tommy. Zwar wird sie dabei von ihrer Schwiegermutter Martha unterstützt, doch die mischt sich in jeden Aspekt ihres Lebens ein und lässt kein gutes Haar an Mia. Dennoch funktioniert das System ganz gut. Alles stürzt ins Chaos als ein fremder Mann vor Mias Haustür steht, der sich als Jake und alter Freund ihres verstorbenen Mannes Tom vorstellt. Doch Tom hat nie von einem Jake gesprochen, wie überhaupt wenig über seine Zeit in den USA. Schnell lernen die beiden sich kennen und kommen sich näher. Aber Jake ist von Schuldgefühlen geplagt, immerhin ist Mia Toms Witwe. Und sie scheint keine Ahnung zu haben, was in Toms Vergangenheit vorgefallen ist …

Quelle: Drachenmond

Meine Meinung:
Die Autorin versetzt den Leser direkt in die Geschehnisse hinein, denn bevor man die Figuren näher kennenlernen konnte, passiert schon das Erlebnis, das das Leben von Mia, einer alleinerziehenden Mutter eines kleinen Sohnes, durcheinanderbringt, und das im Klappentext schon erwähnt wird.

Trotzdem fiel mir der Einstieg in die Geschichte nicht schwer, denn das Ganze wird zu Beginn aus der Ich-Perspektive von Mia erzählt. Dadurch erhält man einen guten Einblick in ihre Gefühlswelt. Die Autorin legt sehr viel Wert darauf, alles detailreich und anschaulich zu erzählen. Für viele könnte sich somit die Geschichte etwas hinziehen, mich hat aber gerade die Tatsache, dass man viel Alltägliches erfährt, überzeugt. In einem Liebesroman geht es für mich nicht darum, die Spannung aufrecht zu erhalten wie z.B. bei einem Krimi, sondern eine Beziehung zu den Protagonisten aufzubauen und das hat Melanie Horngacher hier auf jeden Fall geschafft.

Mia und Jake sind einfach sehr sympathische Charaktere, denen man wünscht, miteinander glücklich zu werden. Leider legt das Schicksal ihnen immer wieder Steine in den Weg. Die beiden haben es wirklich nicht leicht. Doch die gemeinsamen Erfahrungen schweißen sie näher zusammen, bis Jake von seiner Vergangenheit eingeholt wird und eine gemeinsame Zukunft mit Mia unerreichbar scheint.

Neben den Hauptprotagonisten hat die Autorin auch die anderen Figuren sehr plastisch dargestellt. Sei es die beste Freundin von Mia, Natalie, die ihr immer wieder unter die Arme greift, oder Martha, Mias Schwiegermutter, die ihr das Leben zur Hölle macht.
Die Geschichte wird nicht nur aus der Perspektive von Mia erzählt, sondern auch aus der von Jake. Das fand ich sehr erfrischend, denn selten bekommt man auch einen Einblick in die männliche Gefühlswelt.

Gefühlswelt ist ein gutes Stichwort. Ich konnte dank des einfachen, aber einfühlsamen Schreibstils der Autorin wirklich mit Mia und Jake mitfühlen. Ich war von einigen Ereignissen erschreckt, habe mitgezittert, aber es gab auch Szenen zum Schmunzeln.
Die Hälfte des Buches habe ich übrigens in einem Schwung durchgelesen, da ich so gefesselt war.

Einzig und alleine das Ende ging mir dann etwas zu schnell. Da vorher den Geschehnissen immer viel Zeit gelassen und nichts überstürzt wurde, hätte ich mir dahingehend das Ende harmonischer vorgestellt.

Fazit:
Viel mehr als nur Worte ist so ein passender Titel für diese Geschichte, denn es geht darum, dass man Worten nicht immer vertrauen kann und dass ab und zu Gefühle viel wichtiger sind, als alles tot zu reden. Melanie Horngacher hat hier sehr sympathische Figuren geschaffen, mit denen ich mitgelitten, aber mich auch mitgefreut habe. Der tolle Schreibstil hat die Worte nur so dahinfliegen lassen.

Bewertung: