10 Pfotenabdrücke von Katherina Ushachov

Natürlich geht es auch heute mit einer neuen Autorin weiter. Katherina Ushachov hat mit Zarin Saltan letztes Jahr ihren Debütroman veröffentlicht. Ihr findet aber auch einige Kurzgeschichten von ihr in diversen Anthologien.
Ihr Romantasy-Roman steht auf jeden Fall auf meiner Wunschliste.
Ich wünsche euch viel Spaß beim Lesen des Interviews!

  1. Stell dich doch bitte meinen Lesern kurz vor.
    Katherina Ushachov
    © Katherina Ushachov

    Ach, kurz geht schon. Ich bin 27 Jahre alt, lebe seit einigen Monaten mit meinem Freund in Vorarlberg und arbeite als freie Lektorin.
    Wenn ich also nicht gerade Bücher schreibe, mache ich die Bücher anderer Leute schöner und ich liebe es!
    Zu den Genres, in denen ich schreibe, gehören Märchenadaptionen, Fantasy, Dystopien und Science-Fiction. Gerne auch gemischt.

  2. Ist dir der Austausch mit Bloggern und Lesern wichtig? Gehst du selbst auch auf Blogger zu bezüglich Aktionen wie Blogtouren?
    Jaaa, das ist so unglaublich spannend … Jahrelang hatte ich ausschließlich Anthologieveröffentlichungen und da ist es mit dem Austausch meist nicht weit her. Anthologien werden (leider, zu Unrecht) viel zu selten besprochen und wenn, dann oft ohne die Beteiligung aller, die mitmachen. Dabei quassle ich so, so gerne mit Leuten, die meine Geschichten lesen, darüber, wie sie ankamen.
    Bei „Zarin Saltan“ habe ich dann zum ersten Mal den Unterschied gemerkt und es war großartig, wie viele schöne und lehrreiche Gespräche sich ergeben haben. Jetzt versuche ich aber auch, bei meinen Anthologieprojekten die Menschen mehr einzubinden.
    Also ja, Austausch ist mir sehr wichtig.
  3.  

  4. Wie sieht dein Schreiballtag aus? Hast du bestimmte Zeiten in der Woche, in denen du schreibst, oder passiert das ganz spontan?
    Ich bin in der Hinsicht langweilig. Da ich selbstständig bin, arbeite ich ohnehin immer am selben Ort: In meinem Büro mit Blick auf den Garten. Sobald die Lektorate für den Tag erledigt sind, wird geschrieben. Nach Möglichkeit täglich.
    Und in letzter Zeit habe ich noch das Schreiben auf dem Netbook für mich entdeckt, während ich auf dem Sofa sitze und mein Freund eine Serie schaut. Das ist schön, gemütlich und gerade nach einem langen Tag, nach dem man den Schreibtisch nicht mehr sehen kann, eine inspirierende Abwechslung.
    Also: Ich schreibe so gut wie täglich, immer, sobald alles andere erledigt ist.
  5.  

  6. Wo schreibst du am liebsten? Hast du spezielle Schreiborte?
    Nichts geht über mein Büro. Großer Schreibtisch, zwei Bildschirme, bequemer Chefsessel und meine Bücher in den Regalen direkt hinter mir.
    Zur Not schreibe ich aber überall. Wie ich einmal sagte, Hauptsache, ich kann meine Hände benutzen und habe irgendeine Form von Schreibgerät bei mir. (Smartphone, Kugelschreiber und Tempotaschentuch … alles geht.)
  7.  

  8. Liest du dir alle Rezensionen zu deinen Geschichten durch? Wie gehst du mit eher negativen Meinungen um?
    Nach Möglichkeit. Bisher ist nichts dabei, das schlechter als drei Sterne ist. Die Kritik fand ich sehr hilfreich – sie zeigt mir ja, welche Sachen Geschmackssache sind und bei welchen ich auf alle Fälle noch mal ran muss oder wo meine Intention zwar für mich klar ist, aber sonst für so ziemlich niemanden.
    Bei den im Selfpublishing erschienenen Titeln kann ich ja jederzeit ran und Fehler ausbessern, daher ist das für mich sehr praktisch.
    Bisher also vor allem ein sehr pragmatischer Umgang.
  9.  

  10. Dein Debütroman „Zarin Saltan“ ist eine Märchenadaption und geht in Richtung Romantasy. Willst du auch in Zukunft in diesem Bereich weiterschreiben oder reizen dich auch ganz andere Genres?
    Romantasy und ich … ich hätte nie gedacht, dass ich jemals Romantasy schreibe, ganz ehrlich. Und ich bin noch erstaunter, wie wenige Menschen den in meinen Augen offensichtlichen Sarkasmus in den romantischeren Teilen des Buches nicht sehen :D. Ich habe mich beim Schreiben eigentlich die ganze Zeit kaputtgelacht, weil zwischen all der Romantik sehr viel Satire verborgen ist.
    Satire auf „Liebe auf den ersten Blick“ beispielsweise. (Leider keine Satire in Bezug auf russische Datingshows, die von mir beschriebene Show gibt es wirklich und meine Beschreibung war authentisch). Ansonsten habe ich eigentlich sehr viele Stellen ironisch überzeichnet, auch wenn ich natürlich die Liebesgeschichte ernst genommen habe. Es passieren ja auch tragische Dinge und das nicht zu knapp.
    Märchenadaptionen werde ich auf alle Fälle noch schreiben. Es ist eigentlich erstaunlich, wie lange ich mich von Märchen entfernt habe in meinem Leben. Als Kind habe ich mir sehr viel vorlesen lassen und sehr viele Märchentrickfilme geschaut. Die aus der Sowjetunion beispielsweise. Oder die kanadische Version des „Nussknackers“. Und den Mischmasch in „Cindy und das Zauberrätsel“. Aber beim Schreiben … bis auf eine Kurzgeschichte für den Ethikunterricht mit elf war da nicht viel und jetzt wieder über Märchen zu schreiben, ist wie Heimkommen. Da bleibe ich.
    Ansonsten schreibe ich ja alles Mögliche. Es gibt einige (wenige) Kurzgeschichten ohne fantastische Elemente, feministische Vampirfantasy, dystopische Romane und ein bisschen Science-Fiction in meiner Schublade.
  11.  

  12. Kannst du uns was zu deinem aktuellen Schreibprojekt verraten?
    Heute (30.11.) mache ich noch das Novemberprojekt fertig, mir fehlt genau ein Kapitel. Es handelt sich um Band drei einer Reihe, die ich – das habe ich soeben beschlossen – in Staffeln unterteilen will. Jedenfalls für mich intern. Band 1-4 spielen im Alten Rom (späte Republik und frühe Kaiserzeit, also so von Augustus bis Caligula, vielleicht noch Claudius) und bilden Staffel 1. Es ist ein sehr komplexes Projekt, bei dem sich Geschichte und Gegenwart immer mal vermischen und bei dem es am Ende aller Staffeln die Auflösung eines Rätsels geht. Und ach ja, es gibt darin Vampir*innen und Magier*innen.
    Das, was ich ab morgen (01.12.2017) wieder aufnehmen werde, läuft unter dem Hashtag #Oktoberdampf (weil ich es im Oktober angefangen habe) und nun ja, es hat was mit einem Atomschlag, Afrika, ziemlich vielen Dampfmaschinen und einer sehr kaputten und verrußten Welt zu tun.
  13.  

  14. Du hast dich bei deinem Erstlingswerk für den Weg des Selfpublishing entschieden. Möchtest du dabei bleiben oder verspürst du den Wunsch einmal bei einem Verlag zu veröffentlichen?
    Ich sehe mich als Hybridautorin. Eins meiner Bücher ist bei einem Kleinverlag unter Vertrag, wenn man meinen Namen googelt, findet man den auch recht schnell, ich posaune es nur noch nicht in die Welt hinaus, solange es kein festes Veröffentlichungsdatum für das Buch gibt.
    Selfpublishing ist toll. Der Kick dabei. Wenn man das Cover bestellt und es besser rauskommt, als man es sich wünschen könnte. Und wenn man das Ganze dann frei gibt und die ersten Verkäufe live mitverfolgen kann.
    Das ist berauschend. Mache ich auf alle Fälle wieder.
    Aber: Selfpublishing kostet auch Zeit und Geld. Ich bin keine Coverkünstlerin, also muss ich da jemanden bezahlen. Und auch sonst verschlingt das Drumherum, das Marketing, alles, einfach sehr viel Zeit, Geld und andere Ressourcen. Es ist wunderschön, aber aufwendig und als „Zarin Saltan“ endlich draußen war, war ich erst einmal so fix und fertig, dass ich mich gar nicht mit so viel Elan ins Marketing stürzen konnte, wie es angemessen gewesen wäre.
    Bei Verlagsprojekten dagegen muss ich „nur“ schreiben und überarbeiten können, den Rest erledigen andere für mich und das kann zwischendurch unglaublich wohltuend sein. Klar, da ich bei einem Kleinverlag bin, bleibt immer noch mehr als genug Arbeit für mich übrig, aber das ist für mich gerade das richtige Maß zwischen Selbstbestimmung und Freiheit. Und gefällt mir sehr gut.
    Das ist übrigens eine Entscheidung, die steht, ehe ich auch nur die erste Zeile am Roman schreibe – wie soll er in Zukunft vertrieben werden? Verlag oder Selfpublishing? Von dieser Entscheidung hängt ziemlich viel ab. Ich hatte beispielsweise Titel und Cover von „Zarin Saltan“, während ich noch an der Rohfassung saß. Und den Klappentext irgendwann so kurz nach der ersten oder zweiten Überarbeitung. Bei Verlagstiteln schreibe ich dagegen das Exposé und wähle einen „schönen“ Arbeitstitel erst, wenn das Buch auf die Reise geht. Da sind sehr viele Vorgänge grundverschieden.
  15.  

  16. Liest du in deiner Freizeit selber gerne? Wenn ja, welche 3 Bücher würdest du auf eine einsame Insel mitnehmen?
    Sehr gerne. Aber nur drei Bücher? Aus meiner Bibliothek, die bestimmt das Hundertfache (wenn nicht mehr, müsste mal zählen …) enthält? Das ist, als würdest du mich fragen, welche drei Gliedmaßen ich behalten möchte :D. Ist der linke Arm oder das rechte Bein entbehrlicher?
    Ich nehme mein Smartphone und einen Stromgenerator mit. Und auf dem Smartphone habe ich dann zumindest alle meine eBooks.
  17.  

  18. Bist du eher ein Hundemensch (quirlig, aufgeschlossen, unruhig) oder ein Katzenmensch (ruhig, eigensinnig und Einzelgänger)?
    Wenn ich mir die Beschreibung ansehe: Katze. Ich bin definitiv eine Katze. Es gibt diese wunderbare Geschichte bei Rudyard Kipling bei den Genau-so-Geschichten, in der die Katze immer einen eigenen Weg geht. Das bin ich.


Vielen Dank, liebe Katherina, für die ausführlichen Antworten und den Einblick in deinen Schreiballtag.
Wenn ihr nun neugierig auf Katherina Ushachov geworden seid, könnt ihr euch hier noch näher mit ihr und ihren Büchern beschäftigen:

Homepage
Facebook
Amazon

Einige ihrer Bücher:
Zarin Saltan von Katherina UshachovAnthologie Es war einmal ganz anders Anthologie Ist ja tierisch

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.