Rezension: Rosen und Knochen


Titel: Rosen & Knochen

Autor: Christian Handel

Verlag: Drachenmond

ISBN: 978-3-95991-512-0

Seiten: 190

Softcover

 
 
 

Inhalt:
Fürchtest du dich, bei Mondschein das Grab einer Hexe zu betreten?

Unter den Decknamen Schneeweißchen und Rosenrot ziehen die Dämonenjägerinnen Muireann und Rose durch die Lande. Sie bekämpfen Trolle, retten Jungfrauen vor Wassermännern und vertreiben Kobolde aus Mühlen und Bauernhäusern.
Als sie von den Bewohnern eines kleinen Dorfs angeheuert werden, den spukenden Geist einer Hexe unschädlich zu machen, geraten sie allerdings in ein alptraumhaftes Abenteuer, das sie an ihre Grenzen führt. Und das ein gut gehütetes Geheimnis ans Licht bringt, das eine von ihnen vor der anderen gern für immer verborgen hätte …

Quelle: Drachenmond

Meine Meinung:
Schon nach der großartigen Kurzgeschichte von Christian Handel in der Anthologie Hinter Dornenhecken und Zauberspiegeln war für mich klar, dass ich auch seine düstere Märchenadaption lesen muss. Ich war schon sehr gespannt auf die Geschichte, da der Hype „Märchenadaptionen“ bis jetzt völlig an mir vorübergegangen ist.

In Rosen und Knochen begleiten wir die beiden Dämonenjägerinnen Muireann und Rose bei einem ihrer Aufträge – sie sollen den Geist einer Hexe unschädlich machen.
Christian Handel verwebt hier das Märchen um Schneeweißchen und Rosenrot gekonnt mit dem von Hänsel und Gretel.
Die Geschichte wird aus der Ich-Perspektive von Muireann erzählt. Schon zu Beginn schafft es der Autor eine düstere Atmosphäre zu erschaffen, die sich bis zum Ende durchzieht bzw. sich sogar immer mehr steigert.

Der Schreibstil ist einfach wunderbar märchenhaft und bildreich. Ich hatte beim Lesen richtig das Gefühl, ein altes Märchen zu lesen. Von Anfang an konnte ich mir das alte Hexenhaus sowie den düsteren Wald bildlich vorstellen.
Auch wenn die Geschichte nur aus Muireanns Sicht erzählt wird, die charakterlich sehr gut ausgearbeitet wurde, war auch Rose für mich kein unbeschriebenes Blatt, sondern eine spannende Persönlichkeit. Die beiden sind zwar taffe Jägerinnen, haben aber doch auch mit einigen Zweifeln und Ängsten zu kämpfen.
Die Novelle hat zwar wenige Seiten, aber ich habe weder eine Tiefe bei den Charakteren noch Spannung vermisst, was doch meist bei kurzen Geschichten der Fall ist.
Sehr gelungen fand ich Muireanns Visionen, mit denen die Geschichte rund um die Hexe erzählt wird.

Christian Handel hat es geschafft, mich so in die Handlung hineinzuziehen, dass ich Rosen und Knochen nicht mehr aus der Hand legen konnte und alles in einem Schwung lesen musste. Ich bin normalerweise nicht unbedingt ein Freund von düsteren Geschichten, aber ich war doch richtiggehend fasziniert davon, wie der Autor mich in seinen Bann gezogen hat und mir eine Gänsehaut bescherte, da es doch einige grausame und brutale Szenen gibt.
Das atemberaubende Ende sowie die leichte Liebesgeschichte haben für mich die Geschichte noch vollständig abgerundet.

Weitere Highlights finden sich am Ende des Buches. Denn es gibt noch die Kurzgeschichte Der Flötenspieler zu lesen, die auch zu den Hexenwald-Chroniken gehört, sowie einige Informationen zu den wahren Märchen der Grimm-Brüder. Diese heben sich doch ziemlich von dem ab, was wir als Kinder vorgelesen bekommen.

Fazit:
Rosen und Knochen von Christian Handel ist eine düstere Geschichte, die mich sofort in ihren Bann gezogen hat. Sie besticht durch einen märchenhaften Schreibstil, sympathischen Figuren und einer spannenden, aber auch etwas grausamen Handlung. Gänsehautfaktor inkludiert!

Ich freue mich riesig auf weitere Geschichten aus den Hexenwald-Chroniken und beim nächsten Mal darf es ruhig etwas länger werden 😉

Bewertung: