Rezension: Die Steinheilerin


Titel: Die Steinheilerin

Autorin: Elke Thomazo

Verlag: Drachenmond

ISBN: 978-3-95991-444-4

Seiten: 348

Softcover

 
 
 

Inhalt:
Freising im Jahr 1590. Eine Hexenverfolgungswelle versetzt die Stadt in Angst und Schrecken und macht auch vor der jungen Heilerin Gret nicht halt. Mit den wertvollen Heilsteinen ihrer Lehrmeisterin im Gepäck, entrinnt das Mädchen nur knapp einer Gefangennahme. Sie flieht mit ihrem Freund Jacob und gerät dabei in die Fänge von Wegelagerern. Dann heftet sich auch noch ein rachsüchtiger Kaufmannssohn an ihre Fersen. Doch Gret trotzt auf ihrer abenteuerlichen Flucht ins Ungewisse allen Widrigkeiten und findet ihren Weg.

Quelle: Drachenmond

Meine Meinung:
In Die Steinheilerin begleiten wir die junge Gret, die in der Stadt Freising lebt und unbedingt Heilerin werden will, genau wie ihr Vorbild Brigitta. Doch leider muss sie sehr bald feststellen, dass die anderen Bewohner ihrer Stadt, Brigitta und ihr nicht wohlgesonnen sind.
Wir befinden uns hier also direkt in der Zeit der Hexenverfolgungen, ein wirklich spannendes Thema für einen historischen Roman.

Der Einstieg in die Geschichte ist mir deshalb gut gelungen, da ich Romane mit dem Thema Hexenverfolgung gerne lese. Die Wortauswahl hat die Autorin der damaligen Zeit angepasst, es finden sich also keine störenden modernen Wörter. Leider hatte ich etwas Probleme mit dem ziemlich einfachen Schreibstil, der in mir oft den Gedanken aufwarf, dass dieses Buch eher für Jüngere geschrieben wurde, was aber nicht ganz zu dem Thema passte. Auch die Emotionen blieben für mich am Beginn etwas auf der Strecke.
Zum Glück änderte sich dieser Eindruck ab der Hälfte des Buches und ich konnte wirklich in die Geschichte eintauchen.

Gret habe ich eigentlich von Anfang an ins Herz geschlossen. Es war so erfrischend, endlich mal eine Hauptprotagonistin zu finden, die sich ihrem Alter passend verhält, was ich gerade in der derzeitigen Jugendliteratur etwas bemängle. Anlässlich der Zeit, in der das Ganze spielt, ist es natürlich klar, dass sie noch nicht über ein umfangreiches Wissen und Erfahrungen verfügt und deshalb ein bisschen naiv ist. Trotzdem macht sie in der Geschichte auch eine Entwicklung durch. Bei einigen Entscheidungen konnte ich aber nur den Kopf schütteln, aber sie hat sich nicht wider ihrer Persönlichkeit verhalten, somit hat das gut zusammengepasst, auch wenn es nicht immer vernünftig war.
Mit Brigitta, Grets Lehrerin, hingegen wurde ich nicht ganz warm. Sie war mir etwas zu belehrend zu Gret und ihre aufmüpfige Einstellung hat mir etwas widerstrebt. Im Gegensatz dazu war mir Jacob von Anfang an sympathisch. Gret hätte sich keinen besseren Weggefährten aussuchen können.

Das Thema der „Heilsteine“ ist leider etwas im Handlungsverlauf verloren gegangen. Ich ging aufgrund des Titels mit der Erwartung an das Buch, dass dieses Thema doch eine wichtige Rolle spielen wird und ich einiges dazu lernen werde. Dies war dann aber doch nicht so.
Die Spannung hingegen kommt nicht zu kurz und die Autorin konnte mich am Ende mit einer unerwarteten Wendung überraschen. Das Ende lässt auch die Möglichkeit für eine Fortsetzung offen.

Fazit:
Die Steinheilerin ist ein historischer Roman, der mich erst ab der Hälfte mitreißen konnte.
Er überzeugt mit einer zwar naiven, aber herzlichen Hauptprotagonistin, die das Wohl ihrer Mitmenschen oft über ihr eigenes stellt und somit in Schwierigkeiten gerät. Eine dramatische Flucht und treue Weggefährten runden die ganze Geschichte ab.
Aufgrund des einfachen Schreibstils und die zu Beginn für mich fehlenden Emotionen kann ich dem Buch aber nur 3,5 Katzen geben.

Bewertung:

Vielen lieben Dank an den Drachenmond Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplares!