Rezension: Landsby


Titel: Landsby

Autorin: Christine Millman

ISBN: 978-1499275162

Seiten: 346

Taschenbuch

 
 
 
 
 

Inhalt:
Die achtzehnjährige Jule gehört zu den wenigen fruchtbaren Frauen in der streng von der Außenwelt abgeschotteten Kolonie. Eigentlich ein Glücksfall, denn nun darf sie an dem von der Regierung entwickelten Reproduktionsprogramm teilnehmen, das ihr Ansehen und Reichtum verspricht.
Doch Jule ist alles andere als glücklich. Sie will sich keinem Programm beugen, das sie zwingt, Kinder zu gebären, die ihr gleich nach der Geburt genommen werden. Als sie dennoch teilnehmen muss, merkt sie sofort, dass etwas nicht stimmt. Die Probandinnen benehmen sich komisch. Und was geschieht mit den Säuglingen? Heimlich beginnt sie, nach Antworten zu suchen und findet eine grausige Wahrheit, die ihr nur eine Wahl lässt: Sie muss aus der Kolonie fliehen. Doch die Außenwelt ist tödlich.
Vor allem wegen der Mutanten, von denen es heißt, sie wären wild und gefährlich. Und ausgerechnet einer Gruppe von ihnen, angeführt von dem geheimnisvollen Galen, fällt sie in die Hände…

Quelle: Christine Millman

Meine Meinung:
Dystopien sprossen in den letzten Jahren ja wie Pilze aus dem Jugendbuch-Sektor und waren auch überaus erfolgreich. Obwohl man sich dann denken könnte, dass ziemlich bald vieles voneinander abgekupfert wird und immer dieselben Themen ausgearbeitet werden, ist dies gar nicht so und es gibt viele innovative Ideen. Dies zeigt sich auch in Landsby von Christine Millman.

Man erfährt zwar nicht, in welcher Zeit die Geschichte spielt, aber wir befinden uns in einer Zukunft, in der die Welt nicht mehr die ist, die sie jetzt ist. Die Landschaften sind kahl, es gibt nicht sehr viel Wasser und durch Genmanipulation ist es zu einem Ausbruch des MM-Virus gekommen, das einen Großteil der Menschheit hingerafft hat.

In dieser Welt begegnen wir Jule, die gerade achtzehn geworden ist und die Schule abgeschlossen hat. Da sie die Tochter des Kommandanten ist, soll sie am Reproduktionsprogramm teilnehmen, in dem sie Kinder zeugen soll. Aufgrund des MM-Virus sind nämlich nicht mehr viele Menschen fruchtbar. Sehr bald entdeckt sie aber, dass dies nicht mit rechten Dingen zugeht und die Frauen nur ausgenutzt werden.
Jule erzählt aus der Ich-Perspektive ihre Geschichte, so dass man sich von Anfang an wirklich sehr gut in sie hineinversetzen kann. Sie ist zwar stellenweise ziemlich naiv und durch das Leben in der Kolonie stark geprägt, aber sie macht im Laufe der Geschichte eine starke Wandlung ins Positive durch. Doch ab und zu wollte ich sie einfach nur schütteln, aufgrund ihrer Engstirnigkeit und Naivität. Sie versucht zwar schon von Beginn an das System zu hinterfragen, ist aber so eingebunden, dass sie lange braucht, um die ganzen Lügen zu erkennen. Diese Gegensätze erkennt man auch gut an den anderen Protagonisten. Ihr Vater ist als Kommandant natürlich sehr systemtreu und stellt dieses auch nicht in Frage. Jules beste Freundin Manja hingegen lebt in ärmlichen Verhältnissen und sieht alleine aus diesem Grund das Leben in der Kolonie schon mit ganz anderen Augen.
Auch Jule werden die Augen geöffnet, als sie auf die Mutanten trifft, die ganz anders sind, als es ihr ihr ganzes Leben lang eingetrichtert wurde.

Die Idee mit der Genmanipulation fand ich sehr innovativ und spannend. Eigentlich zeigt das Buch ziemlich gut auf, welche verheerenden Folgen die Wissenschaft haben kann. Und wer weiß denn schließlich auch von uns Normalsterblichen, was nicht schon alles in Laboren fabriziert wird? Ich finde diesen Gedanken ziemlich erschreckend und die Autorin hat das Ganze außerordentlich gut in ihrer Geschichte verarbeitet.

Sehr loben muss ich den Schreibstil der Autorin. Von Anfang an war ich total in der Geschichte gefangen und konnte mir alles vor meinem geistigen Auge vorstellen. Sei es nun die staubige Kolonie mit dem Stadtkern und den ärmlichen Wellblechsiedlungen oder die steinige Wildnis, in der sich Jule alleine zurechtfinden muss. Da die Geschichte, wie schon erwähnt, aus der Ich-Perspektive geschildert wird, war mir Jule sehr nah und obwohl ich einige Gedanken und Handlungen von ihr nicht nachvollziehen konnte, war sie für mich eine außergewöhnliche Protagonistin, die man einfach ins Herz schließen muss. Durch viele Dialoge lernt man aber auch die anderen Figuren näher kennen.

Außerdem hat die Autorin es geschafft, mich lange im Dunkeln tappen zu lassen, was das Ende betrifft. Durch viele Wendungen und Überraschungen wusste ich nicht, was auf mich zukommt, aber der Schluss war für mich stimmig und hat mich sofort zum Weiterlesen animiert.

Fazit:
Landsby ist eine Dystopie, die zeigt, welche erschreckenden Folgen unser derzeitiger Umgang mit der Umwelt und die Wissenschaft mit der Genmanipulation haben kann.
Mit einer sympathischen Protagonistin, die ab und zu etwas unüberlegt und naiv handelt, begibt sich der Leser auf eine gefährliche Reise, weg von einem totalitären und gefährlichen System hin in die Wildnis, die nicht minder gefährlich ist.
Der Schreibstil der Autorin erweckt die Worte zum Leben und macht Lust auf die Fortsetzung.

Bewertung:

Reiheninformation:
– Landsby
– Landsby – Zerbrochene Träume
– Landsby – Verlorenes Herz

  • Wow! ♥ Deine Rezension sprüht ja geradezu vor Begeisterung! 🙂 Da ich sehr gerne Dystopien lese und der Sommerurlaub bald ansteht, habe ich mir "Landsby" gleich mal bestellt und hoffe, es gefällt mir ebenso gut wie dir. ♥

    Schönes Wochenende und viele liebe Grüße,
    Nana

  • Wie toll! Da bin ich ja mal gespannt, wie dir das Buch gefallen wird 🙂

    Dir auch noch ein schönes Rest-Wochenende,
    Silke