Rezension: Traumfänger


Titel: Traumfänger

Autorin: Petra Röder

Verlag: Drachenmond

ISBN: 978-3-95991-037-8

Seiten: 232

Softcover

 
 
 

Inhalt:
Seit ihre kleine Schwester Emma im Koma liegt, hört Kylie sie in ihren Träumen um Hilfe rufen. In genau solch einem Traum trifft sie Matt Connor, der dort seit Monaten gefangen ist.
Bald wird klar, dass die beiden sich zueinander hingezogen fühlen, doch hat ihre aufkeimende Liebe überhaupt eine Chance? Denn nur wenn es Kylie gelingt, Matt und Emma aus diesem Traum zu befreien, werden die beiden auch in der realen Welt überleben.
Doch in der Traumwelt wimmelt es von bösartigen Kreaturen und Matt trägt ein dunkles Geheimnis mit sich, von dem Kylie erst erfährt, als es fast zu spät ist.

Quelle: Drachenmond

Meine Meinung:
Als erstes möchte ich die tolle Aufmachung des Buches loben. Nicht nur das Cover ist zauberhaft gestaltet, sondern durch das gesamte Buch ziehen sich Zeichnungen, die auf jeder Seite zu finden sind. Somit wird dieses Buch aus dem Drachenmond Verlag wieder zu einem Schmuckstück im Bücherregal.

Die Geschichte wird aus der Ich-Perspektive von Kylie erzählt. Der Leser wird sofort in die Handlung hineingezogen und begleitet Kylie auch gleich bei ihrem ersten Ausflug in die Traumwelt. Dort begegnet sie Matt, der ihr alles über die unheimliche Welt erzählt und ihr bei der Suche nach ihrer Schwester helfen möchte.
Die Autorin verwebt hier viele Legenden und Geschichten miteinander, die für mich zum Teil neu waren und somit positiv überrascht haben. Es wird trotzdem eine ganz eigenständige Traumwelt erschaffen mit vielfältigen Wesen und außergewöhnlichen Orten.
Auch der Schreibstil war sehr angenehm zu lesen. Die Autorin beschreibt die Traumwelt außerordentlich vielseitig und in vielen Facetten, so dass ich sie mir gut vor meinem inneren Auge vorstellen konnte.

Die gesamte Geschichte hätte also wirklich viel Potential, leider muss ich die Protagonisten und die Umsetzung kritisieren.
Mir haben von Anfang an die Emotionen gefehlt. Kylies kleine Schwester hatte einen Autounfall und liegt nun im Koma. Zwar besuchen ihre Eltern und Kylie sie jeden Tag, aber es kam bei mir keine Traurigkeit rüber. Als die Hauptprotagonistin nun Matt kennen lernt, scheint ihre kleine Schwester total vergessen.
Die Liebesgeschichte ging mir komplett zu schnell. Ich glaube zwar, dass es Liebe auf den ersten Blick geben und auch dass die Anziehungskraft zwischen zwei Personen sehr stark sein kann, aber hier wird wirklich schnell von „Liebe“ gesprochen. Außerdem hatte ich das Gefühl, dass Kylie nur mehr in die Traumwelt möchte, um Matt zu treffen.
Die Rettung ihrer Schwester tritt ziemlich in den Hintergrund, obwohl gerade dies der interessanteste Punkt an der Geschichte gewesen wäre.

Mir hat bei den Protagonisten auch die Tiefe gefehlt. Sie werden nur sehr oberflächlich charakterisiert. Ich konnte mit ihnen nicht mitfühlen und somit hatte ich auch keinen Bezug zu ihnen. Bei mir kamen also die ganzen 230 Seiten keine Emotionen auf. Auch die Spannung war leider so gut wie nicht vorhanden. Die ganze Geschichte plätscherte für mich nur so dahin und ich war von dem Liebespaar zeitweise auch etwas genervt.

Am Ende kam zwar auf einigen Seiten Spannung auf und ich war wirklich begierig darauf zu erfahren, wie die anscheinend ausweglose Situation aufgelöst wird. Doch auch hier wurde ich enttäuscht. Alles wurde sehr knapp abgehandelt und ließ mich ernüchtert zurück.

Fazit:
Petra Röder hat in ihrem Roman Traumfänger zwar eine wirklich schillernde und bunte Traumwelt mit bezaubernden Wesen geschaffen, die mir mehr ans Herz gewachsen sind als die Protagonisten selbst.
Leider plätschert die Geschichte vor sich hin und es kommt so gut wie keine Spannung auf. Die Protagonisten bleiben ziemlich oberflächlich und der wesentliche Handlungsstrang wird zugunsten der Liebesgeschichte zum Großteil außer Acht gelassen.

Bewertung:

Vielen lieben Dank an den Drachenmond Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplares!

  • Hier steckt wohl noch viel Luft nach oben in der Geschichte. Aber schön, dass dich die Welt begeistern konnte. Ich bin selbst ein großer Fan von außergewöhnlichen Settings!

  • Ja, die Welt war echt toll und ist auch für mich ein wichtiges Kriterium in einer Geschichte.
    Es ist halt auch immer sehr schwer in wenigen Seiten die Charaktere richtig aufblühen zu lassen. Hätte die Autorin die Geschichte ausgedehnt, wäre es wahrscheinlich besser gewesen.

    Liebe Grüße,
    Lyiane