Rezension: Cold Fury


Titel: Cold Fury

Autor: T. M. Goeglein

Verlag: Heyne fliegt

ISBN: 978-3-453-26769-5

Seiten: 366

Gebunden

 
 
 

Inhalt:
Sara Jane Rispoli freut sich auf ihren sechzehnten Geburtstag. Und ein Date hat sie auch schon, mit dem unwiderstehlichen Max.
Doch dann verläuft der große Tag etwas anders als geplant: Ihre Eltern und ihr kleiner Bruder verschwinden. Und sie selbst wird von einem maskierten Mann angegriffen. Jede andere würde vor lauter Angst jetzt den Kopf verlieren – nicht so Sara Jane. Denn sie ist alles andere als normal: Mit sechs bekam sie Boxunterricht, mit sechzehn hat sie eine Knarre und eine beträchtliche Menge Bargeld in der Handtasche. Sara Jane kommt aus einer italienischstämmigen Familie, in der der Großvater Enzo ehrfurchtsvoll mit »Boss« angeredet und in der so manches Geschäft in ihrer Chicagoer Konditorei hinter verschlossenen Türen gemacht wird. Sie weiß, dass die Polizei ihr nicht helfen kann. Und auch sonst niemand, denn auf der Suche nach ihren Eltern stößt sie auf einige dunkle Geheimnisse.
Doch Sara Jane gibt nicht auf: Sie wird ihre Familie wiederfinden.

Quelle: Heyne fliegt

Meine Meinung:
In Cold Fury begleitet der Leser die junge Sara Jane, die nur eine einzige Freundin hat und deren Leben sich sonst hauptsächlich um ihre Familie dreht. Ihre Eltern haben ihr beigebracht, dass nur das eigene Familienleben zählt und man sich nicht in die Sachen von anderen einmischen sollte. Somit ist Sara Jane eine ziemliche Einzelgängerin und interessiert sich, zumindest am Anfang der Geschichte, nur für sich selbst.

Die Geschichte wird aus der Ich-Person erzählt und kommt erst sehr schleppend in Schwung. Die ersten 120 Seiten bestehen nur aus einem Rückblick Sara Janes in die Vergangenheit. Der Leser erfährt, wie sie zum Boxen gekommen ist, welche Probleme es in ihrer Familie gibt und auch wann sie ihren ersten Kuss bekommen hat. Deswegen war dieser erste Teil ziemlich langatmig und ich habe sehnsüchtig darauf gewartet, dass endlich mal etwas passiert. Im Nachhinein stellte sich aber heraus, dass vieles von dem, was Sara Jane erzählt hat, für den weiteren Verlauf der Handlung und wichtige Zusammenhänge von Bedeutung ist.

Nach diesem Rückblick nimmt die Geschichte an Fahrt auf und es entsteht ein richtiger Spannungsbogen. Etwas verwirrend waren kleinere, aber auch größere Zeit- und Handlungssprünge, die sich nicht durch neue Kapitel oder Absätze bemerkbar gemacht haben, sondern mitten im Text stattgefunden haben. Es hat dann einige Zeilen gebraucht, bis ich wusste, um was es gerade geht und wo die Protagonistin nun ist.

Am meisten gestört hat mich die Protagonistin Sara Jane. Ihre Familie verschwindet und sie setzt zwar alles daran, sie wieder zu finden. Aber Sara Jane war extrem gefühlskalt. Emotionen waren hier ziemlich Fehlanzeige. Sie handelt auch überhaupt nicht wie eine 16-Jährige, sondern ziemlich abgebrüht. Für ein junges Mädchen, das in einer behüteten Familie aufgewachsen ist und ein einigermaßen normales Leben an der High-School führt, reagiert sie zum Großteil wie eine emotionslose Mafia-Braut.
Von den anderen Personen bekommt man aufgrund der Ich-Perspektive nicht viel mit und somit auch keine Einblicke in deren Gefühlswelt oder Vergangenheit.

Das Ende war für mich ziemlich überraschend, da ich nicht wusste, dass es sich bei diesem Buch um den ersten Teil einer Reihe handelt. Die weiteren Teile sind bis jetzt noch nicht ins Deutsche übersetzt.

Fazit:
Cold Fury ist ein Jugend-Thriller, der erst nach ca. 120 Seiten an Fahrt aufnimmt, dann aber einen spannenden Handlungsbogen hat. Leider gab es einige unlogische Szenen, sowie Zeit- und Handlungssprünge, die den Lesefluss beeinflusst haben. Die Hauptprotagonistin war ziemlich gefühlskalt und dies war eindeutig der größte Kritikpunkt.
Zwar konnte mich das Ende dann doch überzeugen, aber nicht so sehr, dass ich diese Reihe weiterverfolgen würde, falls sie ins Deutsche übersetzt wird.

Bewertung: