Rezension: Sommerleuchten


Titel: Sommerleuchten

Autorin: Maeve Binchy

Verlag: Knaur

ISBN: 978-3-426-51128-2

Seiten: 816

Taschenbuch

 
 
 

Inhalt:
In dem verschlafenen irischen Dorf Mountfern geht stets alles seinen gewohnten Gang – bis eines Tages der reiche, attraktive Patrick O’Neill mit ehrgeizigen Plänen aus Amerika zurückkehrt: Er möchte aus dem verfallenen Gutshof Fernscourt ein Luxushotel machen. Schon bald stehen sich die Dorfbewohner in zwei feindlichen Lagern gegenüber, und ihre Freundschaften und Beziehungen werden auf eine harte Probe gestellt …

Quelle: Knaur

Meine Meinung:
Bei dem Buch haben mich zum einen das Cover und natürlich die Tatsache, dass die Handlung in Irland spielt angesprochen.

Die Geschichte beginnt sehr idyllisch. Man bekommt zuerst einen Einblick in das Leben der Familie Ryan, die man das ganze Buch über begleitet. Die Eltern Kate und John führen einen kleinen Pub und haben nebenbei vier Kinder zu versorgen. Doch man erfährt nicht nur sofort die Alltagsprobleme der Ryans, sondern des gesamten Dorfes Mountfern. Und genau das hat mich am Anfang total erschlagen. Es kommen so viele Namen vor und die Autorin erzählt wirklich zu jeder Person aus dem Dorf die gesamte Lebensgeschichte.
Nach ungefähr 200 Seiten hatte ich dann aber alle Namen im Kopf und die meisten Personen habe ich dann auch ins Herz geschlossen. Allen voran die Familie Ryan, die nicht gerade ein leichtes Leben hat, aber immer zusammenhält und sich durch nichts unterkriegen lässt.

Es gab aber auch einige Figuren, mit denen ich überhaupt nicht warm wurde und die für mich total unverständlich gehandelt haben. Allen voran Patrick O’Neill und sein Sohn Kerry. Da ich ja nicht spoilern möchte, kann ich nur sagen, dass sie meiner Meinung nach verdient haben, was ihnen passiert.

Gestört hat mich auch ziemlich, dass die „Amerikaner“ Patrick, Grace und Kerry immer als so hübsch und attraktiv dargestellt wurden und die Bewohner des Dorfes so irgendwie abgewertet wurden. Ich kann mir schon gut vorstellen, dass es in den 60er Jahren, in denen das Buch spielt, etwas Besonderes war, wenn man Menschen aus einer Großstadt wie New York kennen lernt, aber deswegen müssen Personen, die am Land leben nicht gleich abgewertet werden.

Das Buch ist ja nicht gerade dünn und die Geschichte dehnt sich auch über mehrere Jahre hinweg aus. So sind Dara und Michael Ryan am Anfang des Buches ungefähr 9 Jahre alt und am Ende ca. 15.

Die meiste Zeit plätschert die Geschichte vor sich hin, was bei 800 Seiten ziemlich mühselig sein kann. Denn es passieren nur ab und an unerwartete Dinge, sonst wird nur das alltägliche Leben im Dorf beschrieben. Ich hatte beim Lesen oft den Gedanken, dass ich das Buch abbreche, aber irgendetwas hat mich dann doch immer gefesselt und ich konnte nicht aufhören.

Mit dem Ende hingegen konnte und kann ich mich immer noch nicht anfreunden. Es war zwar unvorhersehbar, aber mit so etwas habe ich überhaupt nicht gerechnet und ich konnte darüber nur den Kopf schütteln.

Fazit:
Die Autorin schafft es zwar die Atmosphäre des kleinen irischen Dorfes sehr gut einzufangen und dem Leser nahe zu bringen. leider verzettelt sie sich in unendlich viele kleine Details und oft genug habe ich mir nur gedacht, dass diese Passagen unnötig war. Obwohl es einige sympathische Charaktere gab, wurde ich nicht ganz warm mit dem Buch und vor allem nicht mit dem Ende.

Es war ein eher seichter Sommerroman, durch den ich mich leider etwas quälen musste, der mich aber doch stellenweise gut unterhalten hat.

Bewertung: