Rezension: Die Seele des Ozeans


Titel: Die Seele des Ozeans

Autorin: Britta Strauß

Verlag: Drachenmond

ISBN: 978-3-931989-82-8

Seiten: 382

Softcover

 
 
 

Inhalt:
„Geschichten aus den Tiefen der nordischen See erzählen von einer todkranken Schriftstellerin, die sich an die einsame Küste Nordirlands zurückzieht. Von einem geheimnisvollen Fremden mit dem Blut des Meeres in den Adern, der dazu bestimmt ist, für die Liebe das größte aller Opfer zu bringen. Sie erzählen die Geschichte eines weißen Narwals, und die einer Liebe, so tief wie der Ozean.“

Dieser Klappentext steht auf dem Buch, das Kjell von seiner sterbenden Mutter geschenkt bekommt. Es ist ihr Vermächtnis. Ihr letztes Geschenk an ihn. Kjell flüchtet sich in die Welt des Buches, und beginnt bald zu spüren, wie Fiktion und Wirklichkeit verschmelzen. Die fantastischen Fäden des Romans verweben sich mit seinem Leben, Kapitel für Kapitel erkennt er, wer er wirklich ist – und wie sehr das unglaubliche Mysterium, das sich ihm langsam zwischen den Zeilen offenbart, sein Leben verändern wird. Das Meer verbirgt viele Geheimnisse, aber das Größte lebt in ihm selbst.

Quelle: Drachenmond Verlag

Meine Meinung:
Gleich vorneweg möchte ich sagen, dass diese Geschichte wirklich total einzigartig ist und ich noch nie irgendetwas Vergleichbares gelesen habe.
Natürlich gibt es die Idee von einem Buch in einem Buch schon etwas länger. Ich verweise da nur auf Tintenherz.
Doch Britta Strauß macht das meiner Meinung nach ganz anders. Von der Gegenwart erfährt man ziemlich wenig und für mich war eher die Geschichte in dem Buch Die Seele des Ozeans die Wirklichkeit.

Zum Inhalt an sich möchte ich gar nicht viel sagen, da es mir auch schwer fällt, diesen kurz zu fassen.
Es passiert einfach so viel Unbeschreibliches in der Geschichte.
Ein bisschen bemängeln muss ich aber, dass mir der Spannungsbogen etwas gefehlt hat. Die Motivation weiterzulesen war zwar immer da, aber mein Herzschlag hat sich nicht beschleunigt, da ich so mit den Personen mitgefiebert habe.

Aber das alles macht der Schreibstil von Britta Strauß wieder wett.
Normalerweise bin ich ja eine ziemlich schnelle Leserin, aber bei diesem Buch habe ich mir Zeit gelassen, um jedes einzelne Wort in mich aufzunehmen.
Ihren Schreibstil kann ich einfach nur als poetisch bezeichnen.
Sie lässt immer wieder auch Weisheiten einfließen, die man gut auf das eigene Leben projizieren kann.
Außerdem beschreibt sie die Landschaft und die Atmosphäre total gut. Ich konnte mir einerseits das Haus, in dem Fae, Henry, Alexander und Ukulele wohnen gut vorstellen, aber auch die unendliche Welt von Kjell, die Tiefen des Ozeans.
Britta Strauß versteht es auch, immer wieder Fragen aufzuwerfen und vieles im Dunkeln zu lassen.
Auch jetzt am Ende des Buches schwirren mir noch einige Geheimnisse im Kopf herum und ich bin froh, dass es noch einen weiteren Teil geben wird.

Auch zu den Personen möchte ich noch etwas sagen.
Fae war für mich eine sehr außergewöhnliche Person. Sie hat sich zwar schon mit ihrem Tod abgefunden, trotzdem will sie ihre letzten Tage gemeinsam mit den Personen, die sie liebt verbringen und zieht sich nicht zurück.
Als Kjell in ihr Leben tritt, verändert sich aber alles und da sie Schriftstellerin ist, kann sie seiner Geschichte auch schnell Glauben schenken.
Aus Kjell wurde ich ehrlich gesagt nicht ganz schlau, aber das liegt wohl in seiner Natur.
Ein bisschen gestört haben mich seine ständigen Zweifel, ob er jetzt bei Fae bleiben oder sich von ihr fernhalten soll. Ich habe zwar seine innerliche Zerrissenheit gut nachvollziehen können, aber das musste meiner Meinung nach nicht so oft erwähnt werden.
Bei den anderen Personen hatte ich zu Anfang etwas Schwierigkeiten sie auseinander zuhalten, obwohl sie doch im Laufe der Geschichte ihre eigenen Charakterzüge herauskristallisieren und zu Protagonisten wurden, die mir schnell ans Herz gewachsen sind.

Das Ende war für mich sehr emotional. Mir haben zwar während der Geschichte die Gefühle nicht gefehlt, aber am Schluss ging mir das wirklich zu Herzen.

Fazit:
Die Seele des Ozeans ist wirklich ein ganz besonderes Buch mit sehr außergewöhnlichen Hauptpersonen.
Wer sich in eine Welt, in der sich Realität und Fiktion vermischt, und man in die Tiefen der Ozeane flüchten kann, träumen will, der ist bei dieser Geschichte genau richtig.
Ich bin schon sehr gespannt, wie es mit Kjell junior weiter geht und werde mich auch an weitere Bücher von Britta Strauß herantrauen.

Bewertung:

Ein ganz großes Dankeschön an den Drachenmond Verlag für das Bereitstellen des Rezensionsexemplares!