Rezension: Das zweite Gesicht


Titel: Das zweite Gesicht

Autor: Kai Meyer

Verlag: Blitz

ISBN: 978-3-89840-349-8

Seiten: 571

Gebunden

 
 
 

Inhalt:
Chiara Mondschein reist von ihrem kleinen Heimatort Meißen in die Filmmetropole Berlin, um ihre Schwester Jula zu beerdigen.
Jula war erfolgreiche Stummfilmdarstellerin.
Eigentlich wollte Chiara Berlin sofort wieder verlassen, aber als Felix Masken ihr anbietet, in die letzte Filmrolle von Jula zu schlüpfen, bleibt sie doch.
Doch in der schillernden Metropole trifft sie auf unglaubliches hinter den Kulissen und lernt schnell, dass nicht alles und jeder so ist, wie es am Anfang scheint.
Sie findet sich schnell im Drogenmissbrauch und Sexexzessen wieder.

Meine Meinung:
Wahrscheinlich hätte ich dieses Buch von Kai Meyer nie gelesen, wenn es nicht in einer limitierten Sonderausgabe neu herausgeben worden wäre. Da wäre mir aber eindeutig etwas entgangen.

Am Anfang war ich etwas zwiegespalten, ob mir das Buch überhaupt gefallen könnte, da ich mit Horror vorher noch gar nichts am Hut hatte. Obwohl ich jetzt, nachdem ich es gelesen habe, auch nicht wirklich mit Horror in Verbindung setzen würde.
Ich hätte auch gar nicht mit wirklichen Fantasy-Elementen in diesem Buch gerechnet, doch wie so oft, hat mich Kai Meyer überrascht.

Mit Chiara kam ich nicht das ganze Buch über klar. Sie war mir stellenweise zu naiv, was wahrscheinlich daher kommt, da sie in einem kleinen Ort aufgewachsen ist, an dem jeder jeden kennt und ihr das Leben in einer Großstadt und die Filmbranche vollkommen fremd war.
Doch sie entwickelt sich ziemlich stark während der ganzen Geschichte und am Ende habe ich sie doch als Charakter schätzen gelernt.
Bei den anderen Personen geht der Autor auch sehr in die Tiefe und man bekommt als Leser umfassenden Einblick in den Charakter der Protagonisten. Man weiß als Leser aber nie so richtig, wem man trauen kann.

Wie in allen seinen Büchern, brilliert Kai Meyer mit seinen Details und seiner ungeheuren Recherchearbeit.
In Das zweite Gesicht lernt man so viel über die Anfänge der Filmgeschichte, genauso wie über das Berlin in den Zwanzigerjahren.
Ich bin immer wieder beeindruckt, wie viel Arbeit er in seine Bücher steckt und wie viele neue Informationen ich am Ende eines seiner Bücher bekommen habe.
Das Buch ist spannend von der ersten Seite an. Erst am Schluss lichtet sich alles und als Leser erfährt man endlich das, was man die ganze Geschichte über geahnt hat.
Die Idee der Geschichte war für mich völlig neu und extrem gut umgesetzt.

Es gab schon Momente in dem Buch, in dem es mir kalt über den Rücken lief, aber als Horror kann ich das nicht bezeichnen. Vielleicht kenne ich mich damit auch zu wenig aus.
Das Ende kam für mich viel zu plötzlich, da ich aufgrund des umfangreichen Bonusmaterials am Schluss, noch mit viel mehr Seiten gerechnet habe.

Fazit:
Ein Buch, das ich jedem Kai Meyer Fan nur empfehlen kann, obwohl es ganz anders ist, als die Bücher, die ich bis jetzt von ihm gelesen habe (Merle, Wasserläufer, Arkadien, Frostfeuer).
Trotzdem bin ich total froh, dass ich mir das Buch bestellt habe und dank der bereits vorhandenen Signatur des Autors, muss ich dieses doch dicke Buch nicht mit zur Buchmesse in Leipzig schleppen 😉

Erwähnen möchte ich auch noch das interessante Vorwort von Dominik Graf und die wirklich sehr umfangreichen Hintergrundinformationen von Hanka Jobke, die auch schon Bonusmaterial zu Die Alchimistin und Die Unsterbliche zusammengestellt hat.

Ich war von dem Buch einfach nur beeindruckt und da es mir einfach nicht mehr aus dem Kopf geht, werde ich es wohl bald noch einmal lesen.

Bewertung:

  • Das Buch klingt wirklich sehr interessant 😉 Bis jetzt hatte ich noch gar nichts davon gehört und nach dem Klappentext war ich auch ziemlich skeptisch, aber deine Rezension hat mich jetzt doch ziemlich gespannt gemacht^^ Kai Meyer Schreibstil mag ich sowieso sehr gerne und auch wenn das Buch ganz anders ist als seine anderen Bücher, werde ich es wohl mal lesen müssen^^

    LG Filo