Freitag, 3. März 2017

Rezension: Sylnen - Der gefallene Krieger



Titel: Sylnen - Der gefallene Krieger

Autorin: Ela Feyh

Verlag: Eisermann

ISBN: 978-3-946172-55-0

Seiten: 420

Taschenbuch





Inhalt:
Stell dir vor, nur du kannst das Land Crailsmur retten. Ein Land, in dem Seelen reisen können und Magie zum Leben erwacht, in dem Pflanzen Schabernack treiben und Geister deinen Verstand rauben, in dem Schönheit den Tod bedeuten kann und Hässliches zu heilen vermag. Ein Land, das durch die Macht von zehn Büchern regiert wird: den Sylnen.
Stell dir vor, eine geheimnisvolle Kraft beginnt dich zu beeinflussen, dein Denken zu verändern und lässt dich an allem Zweifeln, das du bisher kanntest.
Und stell dir vor, diese Kraft zeigt dir deinen Seelengefährten …
Würdest du die Reise antreten?

Quelle: Eisermann


Meine Meinung:
Im Prolog taucht der Leser sofort in die Welt Crailsmur ein und begegnet dem Divinkater Enerem, einem der Hauptprotagonisten. Schon diese ersten Einblicke zeigen, dass sich diese Welt stark von der unsrigen unterscheidet, da es keine Menschen gibt und Katzen einerseits sprechen können und Divinkatzen einen hohen Stellenwert in der Gesellschaft innehaben. Der Prolog verspricht schon eine spannende Reise mit einem tollen Schreibstil.

Leider hat sich dieser Eindruck dann ziemlich bald verschlechtert. In den ersten Kapiteln lernen wir Lina und ihre Familie kennen. Lina ist in einem Haus aufgewachsen, das immer schon seine Eigenheiten hatte. Komischerweise scheinen diese weder Lina noch ihre Mutter sonderlich zu überraschen. Auch die Tatsache, dass es sprechende Tiere und andere Welten gibt, verdauen alle Beteiligten ziemlich schnell und Lina erklärt sich sofort bereit, die Sylnen zurück in ihre Welt zu bringen. Da ich von Ela Feyh einen ziemlich detaillierten Schreibstil gewohnt bin, haben mich die ersten Kapitel leider etwas enttäuscht zurückgelassen, da alles ziemlich schnell abgehandelt wird und man auch nicht sehr viel über die Figuren erfährt, außer dass ihnen außergewöhnliche Tatsachen ziemlich normal erscheinen.

In Crailsmur selbst entdeckt der Leser gemeinsam mit Lina die schillernde Welt von Crailsmur, die durch farbenprächtige Landschaften, außergewöhnliche Pflanzen und interessanten und zum Teil auch furchterregenden Geschöpfen besticht. Leider wechseln sich im Laufe der Geschichte lange Abschnitte der reinen Wanderschaft von Enerem, Lina und Kaya, ihrem Welpen, mit kurzen spannenden Episoden, in denen sie in Kontakt mit andern Lebewesen treten, ab. Ich hätte mir gewünscht, dass die beschwerliche Reise etwas kürzer abgehandelt und dafür die Begegnungen und die damit verbundenen tieferen Einblicke in Crailsmur ausführlicher beschrieben worden wären.

Mit den Figuren konnte ich ehrlich gesagt auch nicht wirklich etwas anfangen. Lina war mir zu naiv und nahm einfach alles ziemlich schnell hin, ohne wirklich zu hinterfragen. Enerem wurde als dickköpfiger und etwas eigensinniger Kater dargestellt, der einerseits seiner Natur treu bleiben will, andererseits doch irgendwie Sympathie gegenüber Lina aufbringt. Für mich war er eine zwiegespaltene Figur. Lina macht zwar zum Ende hin eine Wandlung durch, trotzdem wurde ich nicht wirklich mit ihr warm.

Das Ende, als Lina und ihre Gefährten endlich an ihrem Ziel angekommen sind, wird zwar wieder spannender und auch der Schreibstil bessert sich, trotzdem konnte es mich nicht überzeugen, die Reihe weiterzulesen.


Fazit:
Sylnen – Der gefallene Krieger enthält zwar eine Geschichte, die in einer wirklich farbenprächtigen und interessanten Welt spielt und auch eine spannende Grundidee beinhaltet, die langen Episoden der Wanderung und die, meiner Meinung nach, nicht ganz ausgereiften Protagonisten, lassen mich aber trotzdem mit einem unbefriedigten Leseeindruck zurück.
Mehr Fokus auf die spannenden Szenen, in denen die Figuren auch anderen Wesen begegnen, und weniger Beschreibungen der Welt an sich, hätten der Geschichte sicher gutgetan.


Bewertung:


Vielen Dank an Ela Feyh für die Bereitstellung des Rezensionsexemplares!

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