Samstag, 11. Februar 2017

Fantasywoche: Interview mit Ela Feyh

Heute ist es endlich so weit und ich darf euch, gemeinsam mit zwei anderen Bloggern, die liebe Ela Feyh vorstellen.



Steckbrief
Pseudonym: Ela Feyh
Wohnort: Nähe Köln
Geboren: 27.12.89
Ausbildung: Master of Science in Chemistry
Beruf: Freiberufler (unter anderem Autorin)
Werke:
  • Feuerhelix (19.3.15)
  • Zwischen den Welten - Tagebuch einer Hexe (8.8.15)
  • Seelenaura (21.6.16)
  • Sylnen - Der gefallene Krieger (25.10.16)
  • In Arbeit - Sylnen 2 (voraussichtlich Frühling 2017)

Fragen von Doris von Thoras Bücherecke

Wie viel von Ela Feyh steckt in Lina?
Im Vergleich zu einigen anderen Charakteren gar nicht mal so viel. Was wir uns beide jedoch teilen ist der Drang zu helfen (ohne dabei auf die Konsequenzen zu achten) und der Gerechtigkeitssinn.

Gibt es für die Schauplätze in Sylnen einen Bezug zur Realität oder sind sie reine Fiktion?
Nein. Mein Anliegen war es, eine völlig fremde, neue Welt zu erschaffen, die den Leser aus dem Alltag fortträgt. Mir dient ein Baum oder ein Gebirge als Idee, aber ich baue sie dann so um, dass sie fremd erscheinen.

Welcher Charakter war bisher am schwierigsten zu schreiben?
Enerem. Definitiv! Seine Persönlichkeit hat sich einige Male während des Umschreibens geändert. Auch jetzt fällt es mir manchmal noch schwer, ihm wirklich gerecht zu werden =)

Hat dein eigenes Leseverhalten deine Charaktere mitbeeinflusst?
Eine gute Frage. Darüber habe ich bisher nie nachgedacht. Ich kann es nicht genau sagen. Vielleicht ein wenig. Sie haben sich eher von sich entwickelt. Wie das gesamte Buch.

Was war für dich der Auslöser zum Entwickeln von Sylnen? Gab es eine bestimmte Begebenheit oder war es ein schleichender Prozess? Auslöser war ein kleiner Wettstreit zwischen zwei Freundinnen und mir. Eine von ihnen sagte eines Tages, sie schreibe ein Buch, woraufhin wir uns ebenfalls mit dem Thema befassten. Von diesem Zeitpunkt an formte sich relativ schnell die Idee von dem Land Crailsmur, seinen Bewohnern und dem wirklich groben Handlungsverlauf.
Da ich ein Discovery-Writer bin, besonders bei Sylnen, kann ich gar nicht wirklich planen. Die Handlung ergibt sich immer beim Schreiben.
Manchmal weiß ich nicht einmal, was ich genau zu Papier bringe. Das Schreiben ist dann gleichzeitig wie Lesen. Ich entdecke die Geschichte dann genau in dem Moment =)



Fragen von Bella von Bella’s Life

Würdest du einen anderen Job machen, bei dem es weitaus mehr Geld gibt oder schreibst du weil es deine Berufung ist?
Ich habe zwar noch einen Brotjob, aber das Schreiben ist definitiv meine Berufung! Ohne kann ich einfach nicht mehr. Und da sich ständig neue Ideen und Szenen in meinem Kopf formen, bleibt mir gar nichts anderes übrig als zu schreiben. Anderenfalls würde ich irgendwann bestimmt verrückt werden ;)

Du musst das Genre für Dein neues Buch wechseln und zusammen mit einer Autorin schreiben. Welches Genre, indem du noch nie geschrieben hast, wählst du und wen nimmst du als Partner?
Oha. Das ist eine schwierige Frage. Mich reizt es ja ehrlich gesagt, mal einen Krimi zu schreiben. Aber mit wem? Ich habe viele wundervolle Autoren kennengelernt, die jedoch alle im Bereich Fantasy schreiben. Aber wenn sich die Christin Burger oder Anna-Lena Krug auch einmal auf ein anderes Terrain begeben möchten, würde ich eine der beiden sofort fragen.

Tauschst du dich mit anderen Autoren aus?
Oh ja! Ich glaube, da kommt man nicht drum herum. Sei es einfach nur, wenn es um die „perfekte“ Satzstellung geht oder ich ein Brainstorming zu einer neuen Szene brauche. Es ergeben sich aus dem Austausch immer wirklich geniale Ideen, auf die ich selber nie gekommen wäre.

Wie wichtig ist dir das Miteinander zwischen dir und Bloggern sowie dir und anderen „Schreibenden“?
Sehr wichtig. Ohne diesen Austausch könnte ich nicht dazu lernen. Man selbst ist ja Betriebsblind, wenn es um seine Werke geht. Ohne die Blogger mit ihren wundervollen Rezensionen und ihrem Feedback oder den anderen Autoren wären meine Bücher nur halb so gut. Sie machen sie erst zu dem, was sie nun geworden sind oder noch werden.

Als was für eine Art Schreiber würdest du dich beschreiben?
Definitiv als Discovery-Writer. Ich erlebe zu 90 % erst im Moment des Schreibens, was wirklich in meinem Manuskript geschieht. Es gibt zwar einige Skizzen und grobe Handlungsabläufe, aber so sehr ich mich versuche an sie zu halten, meine Charaktere werfen meine Pläne immer wieder um.
Außerdem mag ich es nicht sonderlich, mich im Vornherein festzulegen. Gerade aus spontanen Wendungen sind bei mir neue Szenen entstanden, die enorm wichtig für den Handlungsbogen oder einige Charaktere waren. Als kleines Beispiel aus einem der weiteren Bände Crailsmurs kann ich einen eher ungewöhnlicher Dendalor (so heißen die Bewohner aus Sylnen) nennen. Eigentlich sollte er nur eine Nebenrolle spielen, aber er drängte sich dann in den Vordergrund. Und ganz schnell hat er sich dann zu einer meiner Lieblingspersonen entwickelt und bringt mich regelmäßig zum Lachen, Schmunzeln oder zum Augen verdrehen ;)



Und zum Schluss, meine Fragen :)

Gab es schon merkwürdige Reaktionen, wenn du Leuten erzählt hast, dass du Autorin bist?
Die verschiedensten =) Einige haben diese Aussage völlig ignoriert und mich im Verlauf des weiteren Gesprächs teilweise wie Luft behandelt. Oder sie schütteln mit dem Kopf und versuchen das Thema ganz schnell durch ein anderes zu ersetzen.
Die für mich schönste und sogar ein wenig anstrengendste war, als ich mich einmal mit einer Frau darüber unterhalten habe und sie gar nicht mehr aufhören konnte zu löchern, wie ich denn dazu gekommen sei, ob ich schon immer schreibe, wie mein Alltag aussähe, ... Sie wollte wirklich alles wissen. Bis ins kleinste Detail. Selbst mir wurde das dann zu viel ;)

Hattest du während deines Chemiestudiums ungewöhnliche Studentenjobs?
Nee, ich hab weder in der Entsorgung der Chemikalien noch in dubiosen Laboratorien gearbeitet. Ich war eine „langweilige“ Nachhilfe-Lehrerin. Das einzig ungewöhnliche war vielleicht, dass ich kein einziges Mal Chemie Nachhilfe, sondern nur Mathe und Latein gegeben habe.

Letztes Jahr hattest du ja deine erste Lesung. Was ist dir kurz davor im Kopf herumgespukt? Hattest du Angst, dass du dich verlesen könntest oder deine Stimme versagt?
Aber sowas von! Ich habe drei Tage vorher schon begonnen zu üben! Aber zu Hause, allein (bis auf die Mietz) ging das ohne Probleme. An sich macht mir das Vortragen vor anderen Leuten wirklich Spaß. Und bereitet mir kaum Probleme, da ich früher in einem Vokal-Ensemble gesungen habe und im Studium wirklich gern Vorträge zu wissenschaftlichen Themen hielt.
Aber es ist etwas völlig anderes, aus seinen eigenen Werken vorzutragen und dabei direkt die Reaktionen der Menschen zu sehen. Kurz vor der Lesung dachte ich nur: Lies bloß nicht zu schnell! Und guck nicht nur ins Buch sondern auch zu deinen Zuhörern! Und die nächsten Gedanken waren dann (die für mich eigentlich viel schlimmer waren) – wird ihnen die Stelle gefallen? Was machst du, wenn du merkst, dass sie deine Passagen überhaupt nicht mögen? Oder deinen Lesestil? ... Zum Glück ist alles gut gelaufen und ich freue mich schon meeega auf die Lesung im Rahmen der Fantasywoche =)

Du bezeichnest dich ja selbst als Kräuterhexe. Hast du irgendein Heilmittel oder Rezept, das du uns mitteilen möchtest?
Ich könnte jetzt eine ganze Menge Rezepte und Tipps nennen, aber eines der für mich wichtigsten ist eine besondere Kopfschmerzsalbe. Sie wirkt wirklich Wunder, wenn man angespannt ist und besonders gut bei Erkältungskopfschmerzen. Bei mir viel besser als jegliche Aspirin oder andere Schmerzmittel.
Sie besteht nur aus drei Zutaten: Salbei, Fichtennadeln und einem Trägermedium wie Melkfett oder Kokosöl. Das Rezept findet ihr im Buch „Von der Heilkraft der Bäume – von Markus Berger“ in dem es noch eine Vielzahl weiterer wirklich guter Rezepturen gibt. Ich hätte es euch gern abgetippt, nur finde ich das Buch gerade nicht in meinem Regal-Chaos ;-)

Ist dein eigener Schmusetiger ein genauso eigensinniges Tier wie Enerem? Was machst du, wenn er dich mal wieder nicht arbeiten lässt? Würdest du dich auch am liebsten mit ihr in Gedanken verständigen können?
Ich glaube, wenn sie sprechen könnte, würde sie sich fast genauso verhalten wie der Divinkater Enerem^^. Wenn sie mal wieder sehr penetrant wird, muss ich leider aufstehen und sie betüddeln, anderenfalls nervt sie mich die ganze Zeit über. Da nehme ich die kurze Pause zum kraulen, klickern oder zum Fressen geben gerne in Kauf. Und ich bin wirklich froh, dass sie nicht in Gedanken zu mir sprechen kann! Ich vergöttere meine Kleine, wirklich, aber sie ist so schon sehr mitteilsam (sitzt gern einfach mal vor mir auf dem Teppich und keckert/raunzt vor sich hin). Wenn ich sie dann auch noch verstehen könnte, würde ich bestimmt zu nichts mehr kommen ;)



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