Sonntag, 11. Mai 2014

Rezension: Phantasmen


Titel: Phantasmen

Autor: Kai Meyer

Verlag: Carlsen

ISBN: 978-3-551-58292-8

Seiten: 396

Gebunden





Inhalt:
Eines Tages tauchten sie aus dem Nichts auf - die Geister der Toten. Millionen auf der ganzen Welt, und stündlich werden es mehr. Sie stehen da, bewegungslos, leuchtend, ungefährlich.
An der Absturzstelle eines Flugzeugs, mitten in Europas einziger Wüste, warten zwei junge Frauen auf die Geister ihrer verunglückten Eltern. Rain hofft, die Begegnung wird ihrer jüngeren Schwester Emma helfen, Abschied zu nehmen. Auch Tyler, ein schweigsamer Norweger, ist auf seinem Motorrad nach Spanien gekommen, um ein letztes Mal seine große Liebe Flavie zu sehen.
Dann erscheinen die Geister.
Doch diesmal lächeln sie.
Und es ist ein böses Lächeln.

Quelle: Carlsen


Meine Meinung:
Ich habe nun fast zwei Monate das Schreiben der Rezension zu Phantasmen vor mich hergeschoben. Jetzt wird es aber nun endlich Zeit, dass ich sie schreibe.
Wer schon etwas länger hier auf dem Blog Leser ist, hat sicher schon mitbekommen, dass Kai Meyer mein absoluter Lieblingsautor ist und mir bis jetzt alle seine Bücher immer total gut gefallen haben. Bis auf Phantasmen…

Ich habe mich schon monatelang auf das neue Buch von Kai Meyer gefreut und der Inhalt klang auch richtig vielversprechend.
Ein Buch über ein Weltuntergangsszenario habe ich davor noch nie gelesen und auch mit Geistern hatte ich es noch nicht oft zu tun.
Den Anfang der Geschichte kannte ich schon durch diverse Leseproben und Lesungen und er klang sehr interessant. Aber gleich danach ging es leider für mich bergab.

Die Geschichte wird aus der Ich-Perspektive von Rain erzählt.
Normalerweise mag ich die Ich-Perspektive sehr gerne, da man somit die Gefühle des Protagonisten gut nachvollziehen kann.
Bei Rain war das leider nicht so. Sie hatte für mich einfach keinen Tiefgang.
Ihr Verhalten hing natürlich sehr mit ihrer Vergangenheit zusammen. Aber mir war sie viel zu passiv.
Es passieren so viele Dinge, die, meiner Meinung nach, extreme Gefühle auslösen, aber bei mir kam einfach nichts an.
Das war auch bei Emma und Tyler so. Dabei war mir Emma noch am sympathischsten. Sie wurde ja als Person beschrieben, die keine Gefühle zeigen kann.
Ich bin von Kai Meyer, was die Personen angeht, einfach etwas ganz anderes gewohnt. Normalerweise kann ich mich sehr gut in die Protagonisten hinein fühlen und ich fiebere richtig mit ihnen mit.
Dieses Mal war es aber so, dass die Drei irgendwie keine Gefühle gezeigt haben und nichts wirklich an sich herangelassen haben.
Es kann aber gut sein, dass das einfach passiert, wenn einem solch schreckliche Dinge passieren. Mir hat das einfach gefehlt und die Charaktere hatten somit für mich keinen Tiefgang.

Das heißt auf keinen Fall, dass Phantasmen nicht spannend war. Genau das Gegenteil war der Fall.
Die ganze Grundidee des Buches finde ich klasse und ich habe trotzdem das Buch verschlungen, da ich unbedingt wissen wollte, wie diese ausweglose Situation ausgeht.
So spannend die Geschichte auch war, so kurz war sie auch für mich.
Die Geschichte hätte, meiner Meinung nach, noch ein paar hundert Seiten mehr vertragen.
Die Bücher, die ich bis jetzt von Kai Meyer gelesen habe, haben mich durch ihren detailgetreuen Schreibstil bezaubert.
Dadurch wurden mir so viele Informationen gegeben, dass ich ohne Probleme die Ereignisse bildlich vor meinem Auge sehen konnte. Leider war das bei Phantasmen nicht der Fall.
Höchstwahrscheinlich wird dies aber gewollt sein, da die Geschichte einfach sehr rasant war und dadurch auch irgendwie gelebt hat.

Das Ende war für mich etwas verwirrend bzw. sogar die ganze Hintergrundgeschichte, warum die Geister aufgetaucht sind und nun lächeln.
Das lag einfach daran, dass es viel zu schnell gegangen ist. Viele Beweggründe blieben offen und es blieben sehr viele Fragezeichen in meinem Kopf.
Es gab kein Happy End, aber das Ende hat eindeutig zu dieser Geschichte gepasst. Mich hat das Buch aber leider mit einem enttäuschenden Gefühl zurückgelassen.

Ich entschuldige mich hiermit für die etwas längere und vielleicht verwirrende Rezension.
Es war für mich nicht leicht, Phantasmen zu rezensieren, eben weil Kai Meyer mein Lieblingsautor ist. Aber es muss halt vielleicht auch mal Bücher geben, die einem nicht so gut gefallen.


Fazit:
Phantasmen erzählt eine Geschichte, die eine sehr interessante Grundidee beinhaltet. Leider waren mir die Protagonisten zu stumpf und haben wenig bis keine Gefühle gezeigt. Es ging mir alles viel zu schnell und ich hätte gerne noch locker 200 Seiten mehr gelesen.

Trotz allem will ich jetzt keine schlechte Empfehlung für Phantasmen abgeben. Wem der Inhalt zusagt, soll auf jeden Fall das Buch lesen und sich seine eigene Meinung bilden.
Ich werde auf jeden Fall das Buch irgendwann mal wieder lesen und vielleicht bin ich dann ja anderer Meinung.


Bewertung:


Kommentare:

  1. Schade, dass dir das Buch nicht so gefallen hat. Ich fand es toll. Habe bis jetzt aber auch nur "Arkadien" von ihm gelesen.

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    1. Einmal musste wohl das erste Mal sein ;-)
      Kai Meyer bleibt trotzdem mein Lieblingsautor und ich kann dir seine anderen Bücher wie z. B. Asche&Phönix, Das zweite Gesicht oder die Alchimistin-Reihe nur weiterempfehlen.

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  2. Hey Lyiane :)

    fand deine Rezi weder zu lang noch verwirrend - Argumente brauchen ihren Platz.

    Gerade, dass du auch bei deinem Lieblingsautor nicht auf ehrliche Kritik verzichtest, bringt mir als Leser viel mehr, als etwaige "Honig-um-den-Mund-Schmiererei"!

    lg midnightmagarita

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